Tagebuch der Wiederherstellung
zurück 20.02.2000 weiter
In seiner Sitzung am 7. Februar beschloss der Kirchenvorstand, dass die neue Orgel die musikalische Gestalt der alten Orgel behalten, aber durch Erweiterung der Klaviaturen und durch ein zweites Manual mit drei kleinen Registern technisch und klanglich den Bedürfnissen des heutigen gottesdienstlichen Gebrauchs angepasst werden und dass mehrere Orgelbaufirmen um ein Angebot für eine neue Orgel aufgefordert werden sollten.
In der 14. Woche nach dem Brand begannen die Zimmerleute begannen mit den Reparaturen des Dachstuhls. Die Verbindungen der Balken untereinander wurden verstärkt und durch Metallbolzen gesichert, schadhafte Balkenstücke ersetzt, die Gesamtheit der Aufschieblinge, die eine Verflachung des Daches gegen den Traufrand bewirken, abgenommen.
Der offene Dachstuhl lässt die parabolische Form der Deckenwölbung gut erkennen. Auch wurde deutlich, dass Dach und Decke mehrfach umgestaltet wurden. Ursprünglich dürfte die Kirche eine flache Decke gehabt haben. Die gewölbte Decke stammt aus einer späteren Umbauphase (möglicherweise spätes 19. Jahrhundert). Die jetzigen Maßnahmen stellen eine dritte Phase in der Geschichte des Dachstuhls dar. Hierzu bedarf es weitergehender Studien in den Archiven.

Die Tätigkeit der Bausanierer konzentrierte sich auf den Turm, dessen Mauern und insbesondere den eichenen Glockenstuhl. Die Schutzdecke im Niveau der Emporen wurde wieder abgebaut.

Der Patron der Kirchengemeinde ist die Stadt Göttingen. Bei der ältesten urkundlichen Erwähnung der Roringer Kirche im Jahre 1254 – so schreibt der Heimatforscher E. Günther aus Herberhausen – besaßen die Herzöge von Braunschweig das Patronat. Über die Roringer Patronatsverhältnisse ist sonst wenig bekannt. Hier bedarf es weiterer Recherche. 1973 wurde Roringen in die Stadt Göttingen eingemeindet. Die Rechte des Patron, etwa bei der Besetzung des Pfarramtes oder der Ernennung eines Kirchenvorstandmitgliedes werden von dem Dezernenten für Kultur wahrgenommen. Herr Kummer, der zuständige Dezernent, besuchte am 11. Februar die Kirche und Baustelle.

Fotos: S. Ritzkowski weiter